Die Zeit spielt eine wichtige Rolle in den alltäglichen Handlungen und Denkweisen der Menschen. Als offensichtlicher Faktor im Leben hat Zeit eine Vielzahl von Bedeutungen. Einerseits wollen wir keine Zeit verschwenden, aber andererseits brauchen wir manchmal mehr Zeit. Während einige Leute pünktlich sein müssen, versuchen andere, die Zeit totzuschlagen. Obwohl man manche Dinge so oft probiert, dauert es einige Zeit, bis man seine Ziele erreicht. In der Zeit zu reisen (Vergangenheit oder Zukunft) ist immer noch einer der größten Wünsche der Menschen. Unsere tägliche Routine – dazu gehören unter anderem Arbeiten, Schlafen, Essen, Laufen und Atmen – hat einen Anfang und ein Ende. Aber unsere Vorstellung von der Zukunft ist grenzenlos. Man bekommt gesagt, wann man mit der Schule anzufangen hat oder wann man in Rente gehen muss. In gewisser Weise ist die Zeit ein unvermeidlicher Bestandteil unseres Lebens, von der Geburt bis zum Tod.

Diese unvermeidliche Dimension wird jedoch bei der Interpretation persönlicher Geschichten und des Weltgeschehens als selbstverständlich vorausgesetzt. Doch inwieweit ist zum Beispiel ein Kunstobjekt an einem bestimmten Ort einer Veränderung unterworfen? Oder, wenn Veränderung unvermeidlich ist, wie kann man dasselbe Kunstobjekt zu verschiedenen Zeitpunkten benennen? Wiederholt sich die Weltgeschichte in 50, 100 oder 150 Jahren? Warum verwenden Zivilisationen unterschiedliche Kalender, um Zeit zu beobachten? Oder: Was verbirgt und enthüllt die Verwendung eines weltweiten Standardkalenders für unsere tägliche Routine? Welche Maßeinheiten wurden bei der Berechnung von Zeit verwendet?

Während der gesamten Lebenszeit aber lässt sich die Interaktion zwischen dem Ich und dem Anderen erforschen. Da jedoch Menschen im Vergleich zu anderen lebenden Organismen mit einer spezifischen Geschwindigkeit altern, ist es unwahrscheinlich, dass eine Person die gleiche Wahrnehmung seines Ichs und des Anderen im Alter von 16, 46 oder 76 Jahren hat. Hier sollte man eher darüber nachdenken, wie das Ich während des ganzen Lebens mit dem Anderen umgeht. Zeit ist eines der entscheidenden Elemente bei der Bildung und Rekonstruktion des Ichs, Wirs und Anderen. Das Ich und das Andere müssen sich den Umständen eines bestimmten Zeitraums anpassen. Auf der einen Seite sind die Begegnungen zwischen einander immer Veränderungen unterworfen. Jeder Augenblick beinhaltet die Fähigkeit, die mit dem Ich, Wir und Anderen verbundenen Werte neu zu gestalten. Diese Änderung geschieht jedoch nicht in einem linearen Zeitraum. Sie ist voller Brüche. Andererseits sind solche Begegnungen auf ganz unterschiedliche Weise mit vergangenen Zeitpunkten verknüpft. Diese Kontinuitäten in Zeiträumen ermöglichen es, die Konvergenzen und Divergenzen in den Begegnungen zwischen dem Ich, Wir und Anderen zu veranschaulichen. In der Interpretation dieser Begegnungen kann die Zeit weder als zufälliger Punkt noch als Verschmelzung unvermeidlicher außerhistorischer Mechanismen betrachtet werden. Die Zeit ist ein methodologisches Instrument zur Untersuchung des Selbstverständlichen, das mit dem Ich, Wir und Anderen sowie den Debatten und Praktiken, die sie umgeben, verbunden ist. Zeit ist die Achse, um die Geschichten und die Historien des Ichs, Wirs und Anderen zu verbinden.

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