Das tausendjährige Reich

Das wohl bekannteste Bild von Hans Grundig ist das Triptychon Das Tausendjährige Reich. Hans Grundig malte es zwei Jahre nach der Machtergreifung Hitlers als eine Prophezeiung – einen Blick in die Zukunft, der zeigt, was durch diese Diktatur entstehen wird. Grundigs Partei, die KPD, warnte schon vor 1933 »Wer Hitler wählt, wählt den Krieg«. Und obwohl der Zweite Weltkrieg erst ein Jahr nach Fertigstellung des Gemäldes ausbrach, malte Grundig in der Mitteltafel des Triptychons bereits die zerstörte Stadt. Auf den Seitentafeln erzählen gespenstische Stadtansichten, glutroter Himmel, skurrile Gestalten und der Parabel entnommene Tierfiguren von den aktuell politischen Zuständen und Gefahren.

Auf der linken Seitentafel und in der Predella sieht man Grundigs Frau Lea. Sie wurde als Kommunistin und Jüdin verfolgt, konnte aber nach Palästina fliehen und kam erst nach Kriegsende zurück nach Dresden. Hans Grundig wurde im KZ Sachsenhausen interniert. Nach seiner Rückkehr 1946 sah er, dass seine Vorhersage sich bewahrheitet hatte. Dresden und viele andere Städte Europas lagen zerstört am Boden.