Józef Ignacy Kraszewski

Richard Wagner wurde 1813 in Leipzig geboren. Mit neun Jahren erlebte er Webers Oper Der Freischütz. Danach stand sein Entschluss fest – er wollte Opernkomponist werden und plante, seine eigenen Werke zu vertonen. Eine neue Idee – denn es war ansonsten üblich, dass Text und Musik aus der Feder zweier verschiedener Künstler stammten. Wagner wollte ein Musikdrama als Gesamtkunstwerk schaffen. Schon als Jugendlicher verfasste er erste Dramen. In Leipzig studierte er Musik und nahm Kompositionsunterricht. Nach mehreren Reisen wurde Wagner in Magdeburg Musikdirektor, ging anschließend über Berlin nach Riga, von wo er wegen seiner Schulden vor seinen Gläubigern fliehen musste. Auch in Paris hatte er kein Glück, ergriff hier jedoch die Chance, nach Dresden gehen zu können. Man gab ihm in Dresden die Möglichkeit seine Oper Rienzi im neugebauten Semperschen Hoftheater uraufzuführen. Im Jahre 1843 wurde er zum Königlich-Sächsischen Kapellmeister ernannt und feierte große Erfolge als Komponist und Dirigent. Noch immer wollte er die Oper revolutionieren und vollendete das, was Carl Maria von Weber einführte – das Zusammenwirken von Musik und Szene und das Auftreten eines festen Opernchores. Wagner plante das Musiktheater als Gesamtkunstwerk – alle an der Oper beteiligten Künste wie Musik, Malerei und Schauspiel sollten sich zu einem synthetischen Ganzen zusammenfinden. Er schuf durchkomponierte Werke, deren Themen oft aus der Sagen- oder Erzählwelt vergangener Zeiten stammten. 

Wegen seiner Teilnahme an den revolutionären Ereignissen von 1849 wurde Wagner steckbrieflich gesucht. Er floh in die Schweiz. Später wurde sein Einreiseverbot in deutsche Gebiete aufgehoben. Ab 1872 wohnte er in Bayreuth und konnte sich dort seinen Traum vom eigenen Theater erfüllen. 1875 begannen die ersten Proben im neuen Festspielhaus, wo Wagner nun seine Musikdramen ganz nach seinen Vorstellungen aufführen konnte. Er hatte ein unsichtbares Orchester anlegen lassen, d. h. der Orchestergraben war zum Publikum hin abgeschirmt. Die Zuschauer konnten sich so voll und ganz auf das Bühnengeschehen konzentrieren und wurden nicht durch das sichtbare Spiel der Musiker abgelenkt. Der Zuschauerraum hatte an den Seiten keine Logen und die Sitze waren ungepolstert, was eine sehr gute Akustik ergab. 1883 verstarb Richard Wagner bei einem Aufenthalt in Venedig.