Altarbild Annenkirche Dresden

Der ursprüngliche Bau der Annenkirche in Dresden  stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im Lauf der Geschichte ist sie mehrmals umgebaut und modernisiert worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört und wiederaufgebaut. Der Platz über dem Altar blieb aber jahrzehntelang frei. Nachdem der Innenraum der Kirche vor einigen Jahren erneut saniert worden war, suchte die Gemeinde einen Künstler oder eine Künstlerin für die Schaffung eines neuen Altarbildes. Sie konnte die international renommierte, südafrikanische Künstlerin Marlene Dumas für dieses Projekt gewinnen. Dumas lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Amsterdam. Für das etwa 8 mal 3,5 Meter große Altarbild hat sich die Künstlerin intensiv mit der Geschichte der Annenkirche und der Geschichte Dresdens beschäftigt. Sie schuf einen Lebensbaum auf hellem Grund mit sechs großen, farbigen runden und ovalen Medaillons, die die Blätter des Baumes darstellen. Jedes Medaillon steht für ein Thema: ein schwarzer Christus, der vor gelbem Hintergrund schwebt, ein Flüchtlingsboot im Meer, eine Pieta, ein Regenbogen als ein Verweis auf den alten Bund Gottes mit den Menschen – ein Hoffnungssymbol für alle Zeiten, ein Sternenhimmel als Sinnbild für die Größe Gottes, ein Kreuz – ein Fenster in den Himmel. Zwei Brücken werden in diesem Gemälde geschlagen – die eine zwischen historischem Kirchenraum und modernem Altarbild, die andere zwischen alter christlicher Symbolik und existenziellen Themen der Gegenwart.