Carl Friedrich Schinkel

Carl Friedrich Schinkel war einer der bedeutendsten deutschen Architekten, der den Klassizismus und den Historismus in Preußen entscheidend mitgestaltete. Er war Stadtplaner, Architekturtheoretiker, Bauleiter und Beamter der Baubehörde des preußischen Königs, zugleich aber auch Maler, Zeichner, Produktdesigner und Schöpfer zahlreicher Bühnenbilder. Geboren wurde Schinkel in Neuruppin, wo er seine ersten Lebensjahre verbrachte. Später zog seine Familie nach Berlin. Hier besuchte er das Gymnasium, verließ es aber und wurde Schüler des damals viel gerühmten Architekten Friedrich Gilly. Schinkel sah dessen Architekturzeichnungen bei einem Ausstellungsbesuch und beschloss, Baumeister zu werden. Nach der Zeit bei Gilly studierte Schinkel u. a. an der neu gegründeten Berliner Bauakademie und hörte zusätzlich Vorlesungen an der Akademie der Schönen Künste. Zu Studienzwecken reiste er längere Zeit nach Italien und Frankreich. In den folgenden Jahren nahm Schinkels Karriere einen steilen Aufstieg. Er wurde in den preußischen Staatsdienst aufgenommen als Bauassessor an der königlichen Oberbaudeputation, Akademielehrer, Oberbaurat, Professor an der Bauakademie, Oberbaudirektor und damit Leiter der Oberbaudeputation und verantwortlich für die gesamte Bautätigkeit in Preußen. Der Höhepunkt seiner Karriere war die Ernennung zum Oberlandesbaudirektor. 

Schinkel entwarf zahlreiche, repräsentative Gebäude in seiner näheren Umgebung, arbeitete aber auch überregional. Er schuf vor allem Schlösser, Denkmäler und Kirchen. Als Stadtplaner setzte er sich für einen organischen Wachstumsprozess ein und warnte vor einem zu schnellen und zu großen Wachstum der Städte, verschloss sich dabei aber nicht vor technischen Neuerungen. Schinkels Architektur war eine Brücke zwischen funktionalen, sozialen und historischen Faktoren – eine Verbindung zwischen Funktion und Ästhetik sowie eine Kombination von mittelalterlichen und antiken Elementen. Schinkels Bauweise hatte großen Einfl uss auf zeitgenössische und folgende Architekturgenerationen.