Parau Api. Gibt’s was Neues?

Zweimal reiste der Maler Paul Gauguin für längere Zeit nach Tahiti. Er war auf der Suche nach einem ursprünglichen, idyllischen Leben weitab der Zivilisation. Wie viele andere Menschen seiner Zeit empfand er die sich ausbreitende Industrialisierung als Bedrohung, die zunehmend auch mit der Zerstörung der Natur einherging. Doch was Gauguin in der Südsee suchte, fand er nicht. Denn das exotische Paradies hatte sich mittlerweile durch Christianisierung und Kolonialherrschaft verändert. In manchen Orten lebten die Einwohner in ärmlichen Verhältnissen, trugen europäische Kleidung statt regionaler Tracht, ihre Traditionen und Bräuche waren durch Missionare unterdrückt worden. Gauguins zahlreiche Gemälde, die bei seinen Aufenthalten entstanden, geben daher nicht das wahrgenommene, sondern das erträumte Bild des paradiesischen Tahitis wieder.