Ida Hahn-Hahn

Gräfin Ida Hahn-Hahn wurde 1805 in Tressow in Mecklenburg geboren. Mit 21 Jahren heiratete sie ihren Cousin Friedrich Graf Hahn-Basedow. Noch während ihrer unglücklichen Ehe lernte sie in Dresden den Adligen Freiherr von Bistram kennen. Beide verband eine lebenslange Freundschaft und Liebesbeziehung. Nach ihrer Scheidung 1829 führte sie ein Leben auf Reisen. Gemeinsam mit Bistram erkundete sie Europa und den Orient. Daraus entstanden zahlreiche Reisebücher, die von Landschaften, vom Leben fremder Völker, von Kunst und Kultur erzählten. Ab 1834/1835 hielten sich Ida Hahn-Hahn und Bistram häufig und auch länger in Dresden auf, um sich schließlich 1845 endgültig hier niederzulassen. Ihr Kommen erregte großes Aufsehen, da sie vor allem durch ihre Romane, in denen sie über die Probleme unverstandener und emanzipierter Frauen schrieb, eine angesehene Schriftstellerin war. Große Anziehungskraft übten ihre Salonabende aus. Sie empfing immer wieder prominente Gäste wie den Arzt und Maler Carl Gustav Carus, Ida von Lüttichau oder Carl Christian Vogel von Vogelstein.

Nach dem Tod ihres Freundes Bistram ging sie nach Berlin, konvertierte zum katholischen Glauben, trat einem Orden bei und verfasste 30 katholisch geprägte Bücher.

Aus dem heutigen Blick liest man ihre Literatur mit einigem Zwiespalt: zum einen offen rassistische Anmerkungen über Menschen in fremden Ländern – was in ihren Orientalischen Briefen anklingt, zum anderen findet man auch immer wieder die Ermahnung zur religiösen Toleranz und den Willen, auf die als fremd empfundenen Bräuche des Orients einzugehen.