Narration ist das Substantiv zum lateinischen Verb narrare, das übersetzt werden kann mit erzählen, berichten oder erwähnen. Das vermag der Mensch beispielsweise durch Worte. Mit Sprache können wir uns untereinander verständigen, zumindest dann, wenn wir die gleiche Sprache sprechen oder wenn wir fremde Sprachen beherrschen. Wenn uns das nicht möglich ist, könnten wir Bilder sprechen lassen. Piktogramme geben fast überall auf der Welt einfache Orientierung, überwinden erste sprachliche Barrieren. Gemälde oder Skulpturen erzählen uns ganz ohne Worte bekannte und unbekannte Geschichten oder entführen uns in ferne, fremde Welten.

Gemälde, vor allem Gemälde in Kirchen, spielten eine große Rolle bei der Vermittlung, bei Verkündigung des Glaubens und des Wortes Gottes. Aus dem Mittelalter ist eine wahre Flut von Bildern und Skulpturen im kirchlichen Raum überliefert. In dieser nachrömischen Zeit waren viele Menschen des Lesens nicht mehr mächtig. Während es im ehemaligen Römischen Reich bereits ein dreigliedriges Schulsystem selbst für die einfache Bevölkerung auf dem Land gab, bedeutete der Zerfall des Reiches auch das Ende dieser Schulen und damit der Alphabetisierung. Somit waren die Menschen des Mittelalters angewiesen auf mündliche Erzählungen und bildliche Darstellungen der Bibelgeschichten; sie waren oft ihr einziger Zugang zur Bildung.

Mit dem Buchdruck vergrößerte sich der Wirkungskreis von Bild und Text. Flugblätter wurden gedruckt, auf denen oft meinungsbildende Texte und Illustrationen verbreitet werden konnten. Bücher konnten nun in höheren Auflagen gedruckt werden. Mit der zunehmenden Alphabetisierung nach der Reformation hatte die Bevölkerung schließlich selbst Zugang zu Berichten, Texten der Bibel und nach und nach auch zu den Werken der Literatur. Sie begannen ferne, fremde Welten selbst durch Reisen kennenzulernen, entdeckten dabei neue Kontinente, neue Länder, wagten gar Weltumsegelungen. Immer wieder brachten die Reisenden Zeichnungen, Berichte und Objekte mit nach Hause, die von bildenden Künstlern wiederum begierig als Inspiration genutzt wurden.

Natürlich tauchten die Erzähler ihre Berichte von fremden Welten in das Licht der eigenen Erfahrungen und Sichtweisen. Die Künstler wiederum lieferten mit ihren Werken aufs Neue eigene Interpretationen. Johann Melchior Dinglinger, Hofgoldschmied in Dresden in der Zeit des Barocks, fertigte mit der Kenntnis fremder Reiseberichte aus Indien eine vielfigurige Szene aus Gold, Silber und Edelsteinen. Sie zeigt das immer wieder beschriebene, mehrtägige Geburtstagsfest des dortigen Großmoguls. Dinglinger ergänzte das Kunstwerk mit Anspielungen und Symbolen aus China, Griechenland oder Ägypten.

In der Zeit der Renaissance entwickelte sich in Malerei und Bildhauerei die Porträtkunst wieder neu. Nun kamen zu den illustrierten Geschichten Abbildungen von realen Personen hinzu. Sie sollten berichten über einen heldenhaften, herausragenden Herrscher, einen gut situierten Adligen oder auch einen fleißigen, ehrgeizigen Bürger. Sie alle gaben Porträtdarstellungen bei den Künstlern in Auftrag, um damit anderen von sich zu erzählen.

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