Die Möglichkeit, mobil zu sein oder zu werden, kann sowohl von befreienden und inspirierenden, aber ebenso von einschränkenden und unterdrückenden Faktoren im Leben geprägt sein. Diese Faktoren können sich u. a. anhand spezieller Fähigkeiten, aber auch anhand äußerer Umstände wie beispielsweise einer guten Infrastruktur manifestieren, die das Leben maßgeblich beeinflussen. Man könnte sie daher auch als eine Art Lebenskapital bezeichnen. Gleichzeitig sorgt die Mobilität bestimmter Menschen, lebender Organismen, Objekten und Ideen für die Unbeweglichkeit anderer und umgekehrt. Anders gesagt, sowohl Ursachen als auch Auswirkungen von Mobilitäten haben im Laufe der Geschichte Einfluss auf verschiedene Aspekte des Lebens genommen. In diesem Rahmen erzeugen diverse Mobilitätsformen in den Beziehungen zwischen dem Ich, Wir und den Anderen Verbindungen genauso wie Unterbrechungen.

Welche Art von Hierarchie entsteht zwischen Menschen, die in einem (durch Flughäfen, Busse, Schiffe und Züge) gut vernetzten Teil einer Region leben, und Menschen, denen moderne Transportmittel in einem anderen Teil der gleichen Region nicht zur Verfügung stehen? Wie wirkt sich die Mobilität von Geflüchteten weltweit auf die Neudefinition grundlegender menschlicher Werte aus? Inwieweit unterliegt eine mehrsprachige Person strukturellem Rassismus? Was bedeuten Arbeit oder Freizeit für einen Menschen mit Behinderung? Welche Rolle spielen Familien- und Freundesnetzwerke in unserem Alltag? Wie lässt sich die städtische ärmere Bevölkerungsschicht hinsichtlich ihrer Netzwerke mit internationalen Geschäftsleuten vergleichen? Kann jeder ein Tourist werden? Warum wetteifern Städte um mehr Touristen? Welche Art von Infrastruktur benötigt ein lokales Museum, um seine Sammlungen vollständig über das Internet zugänglich zu machen? Wie beeinflusst die Zirkulation von Kunstobjekten unsere Erinnerungen? Stellt die Mobilität lokaler Güter verschiedene Ebenen von Kolonialismus dar? Warum öffnen Nationalstaaten ihre Grenzen ohne Einschränkungen für bestimmte Gruppen und schließen sie für andere? Wie verändern technologische Entwicklungen die Geschwindigkeit und Qualität von Kommunikation, Produktion und Konsum im Alltag? Inwieweit generieren gut vernetzte Informationssysteme, technologische Instrumente und Kommunikationsmuster neue Arten von Überwachungsmechanismen?

Um ein tieferes Verständnis für die Objekte aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu entwickeln, sollte vor diesem Hintergrund stets auch die jeweilige Beschaffenheit von Mobilitäten bei der Entstehung von Subjektivitäten reflektiert werden.

Laut Zygmunt Bauman leitet sich Kommunitarismus, der die soziale Verantwortungsübernahme des Ich gegenüber den Anderen zur Folge hat, von communitas, Gemeinschaft, ab. Die Verschärfung des Ungleichgewichts zwischen individueller Freiheit und Sicherheit ebnet den Weg zum Verständnis des Kommunitarismus. Während der Begriff der ethnischen Zugehörigkeit als Wahl zwischen Zugehörigkeit und Entwurzelung präsentiert wird, fördert der Nationalstaat ethnische Einheit und hat Erfolg bei der Unterdrückung von selbstbestimmten Gemeinschaften. Als Ergebnis schaffen Patriotismus durch Ähnlichkeiten und Nationalismus durch Unterscheidungen ein Verständnis von Uns.

Büste Johann Joachim Winckelmann
Ida von Lüttichau
Dresdner Damaskuszimmer
Der Empfang des sächsischen Kurprinzen Friedrich August, des späteren Königs August III. von Polen, bei König Ludwig XIV. von Frankreich in Fontainebleau, am 27. September 1714
Gefäß aus einer Seychellennuss
Entwurf zum Goethe-undSchiller-Denkmal in Weimar
Max Slevogt
Sogenannte Gruppe von San Ildefonso
Sandsturm in der libyschen Wüste
Die Sixtinische Madonna
Sonnengold
Wagenwegmesser