Max Slevogt

Max Slevogt zählt neben Max Liebermann und Lovis Corinth zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Impressionismus. Er studierte in München an der Kunstakademie und in Paris an der Academie Julien. Während eines zweiten Parisaufenthaltes beschäftigte sich Slevogt intensiv mit den Werken Manets und begann, sich mit der Malweise der Impressionisten auseinanderzusetzen – eine lichte helle Farbpalette löste seinen vorher eher dunklen Farbeinsatz und die Dramatik seiner Bilder ab.

Im Jahr 1901 siedelte Max Slevogt nach Berlin über. 1914 unternahm er eine mehrwöchige Ägyptenreise. Einen entscheidenden Auslöser für die große Ägypten- Faszination der europäischen Bevölkerung kann man in der Expedition Napoleons Ende des 18. Jahrhunderts sehen, der sich dabei von Wissenschaftlern und Künstlern begleiten ließ. In der Nachzeit haben viele Künstler dieses Thema im Bild festgehalten. Anlass für Slevogts Ägyptenreise waren zum einen Neugier und zum anderen die Suche nach dem besonderen Licht der südlichen Sonne und dem hellen Schatten in der Wüste. Begleitet wurde er durch den Reiseschriftsteller Johannes Guthmann, dessen Lebensgefährten Joachim Zimmermann und den Kulturwissenschaftler Eduard Fuchs. Fuchs schrieb während dieser Reise ein Tagebuch, in dem er Tag für Tag Angaben über Aufenthaltsorte und Besonderheiten machte. So dokumentierte er auch die Entstehung der Bilder, teilweise stundengenau. Zudem fotografierte er. Die Fotos zeigen Slevogt bei der Arbeit und oft sind gleichzeitig die vom Maler gefertigten Motive zu entdecken. Fuchs kümmerte sich auch um den Abtransport der fertigen Werke nach Berlin. Während der 39 Tage dauernden Reise fertigte Slevogt 21 Ölgemälde, zahlreiche Aquarelle und Bleistiftskizzen an. Diese Reise gilt als das wichtigste künstlerische Ereignis im Leben von Max Slevogt. Unter hochkonzentrierter Arbeit sind ihm in der kurzen Zeit Werke gelungen, die als Höhepunkt in seinem Schaffen gelten können.

Im selben Jahr brach der Erste Weltkrieg aus. Slevogt ging als Kriegsmaler an die Westfront. Seine anfängliche Kriegsbegeisterung wich angesichts des miterlebten Geschehens an der Front. In seinem 1917 erschienenen Kriegstagebuch schrieb er: »Eine Welt, die durch blinde Zerstörung geschändet erscheint, wie die üppige reine Lichtung des Waldes, auf der die Reste von Butterstullenpapier, Speisen, Büchsen zurückgeblieben sind«. Die im Buch erschienenen Zeichnungen reflektierten seinen ernüchterten und erschütterten Blick auf das Kriegsgeschehen. Diese zweite Reise steht mit ihren Schrecknissen als Gegenbild zu Slevogts Eindrücken in Ägypten.