Ida von Lüttichau

Ida von Lüttichau bekam in ihrer Jugend eine sehr umfangreiche und sorgfältige Ausbildung in Sprachen, Literatur, Philosophie, Malerei und Musik. Sie heiratete Wolf Adolf August von Lüttichau, der Besitzer eines Rittergutes in der Nähe von Dresden war. Sechs Jahre nach der Hochzeit wurde er zum Generaldirektor der Königlich-Sächsischen musikalischen Kapelle und des Hoftheaters ernannt. Als Frau des Generaldirektors nahm Ida von Lüttichau die nächsten drei Jahrzehnte Einfluss auf die künstlerische Entwicklung des Hoftheaters und der Hofoper. Sie beriet ihren Mann bei der Auswahl von Theaterstücken und der Anstellung von neuen Künstlern. Der Schriftsteller Ludwig Tieck bekam dank ihrer Unterstützung ein Engagement als Dramaturg.

Ida von Lüttichau hatte enge Kontakte zu berühmten Persönlichkeiten ihrer Zeit, so zu Carl Maria von Weber, Karl Friedrich Schinkel, Felix Mendelssohn Bartholdy oder dem Dresdner Arzt, Wissenschaftler und Maler Carl Gustav Carus. Mit ihm als Arzt tauschte sie sich fachlich über Psychologie aus, betrieb sie doch selbst Studien auf diesem Gebiet. Weiterhin beschäftigte sie sich mit philosophischen und religiösen Themen. Ihre Gedanken hielt sie in Tagebüchern fest. Mit Freunden führte sie einen umfangreichen, teilweise auch mehrsprachigen Briefwechsel. Bekannte und Freunde drängten sie, ihre Schriften zu veröffentlichen, was sie jedoch ablehnte. Vielmehr sprach sie sich sogar dafür aus, dass nach ihrem Lebensende alles vernichtet werden sollte, was allerdings nicht geschah. Ein Teil ihrer Aufzeichnungen wird heute noch in einem Archiv aufbewahrt. Sie sind Zeugnis ihres Nachdenkens über Achtsamkeit bei sich und anderen, über Aufmerksamkeit anderen gegenüber und über zwischenmenschliche Beziehungen.