Die Sixtinische Madonna

Im Jahr 1512 erhielt der italienische Maler Raffael von Papst Julius II. den Auftrag, für das Kloster San Sisto in Piacenza ein Bild für den Hochaltar der Klosterkirche anzufertigen. Über 200 Jahre später begehrte der sächsisch-polnische Herrscher August III., ein Gemälde von Raffael für seine Galerie zu erwerben. Raffaels Werke galten noch im 17. und 18. Jahrhundert als maßgeblich für ein hohes Niveau einer Gemäldesammlung. 1752 entdeckten Kunstagenten, die im Auftrag des Herrschers in Italien Bilder aufspüren sollten, die Sixtinische Madonna in eben diesem Kloster – ein bis dahin in Dresden unbekanntes Werk von Raffael. Nach langen Verhandlungen über Verkauf und Preis trat das Madonnenbild seine abenteuerliche Reise über die Alpen nach Dresden an. Der Herrscher soll hoch erfreut gewesen sein, allerdings wahrscheinlich vor allem wegen des bedeutenden Künstlers, wohl weniger wegen der Malerei an sich. Denn die Malerei der Hochrenaissance stand noch nicht wieder im Fokus des hiesigen Kunstgeschmacks. Später, mit dem erneuten Einzug der Ideale der Antike in die Kunst, änderte sich dies. Damit stieg auch das Interesse an Raffaels Sixtinischer Madonna. Das Gemälde wurde immer häufiger kopiert, grafisch reproduziert und somit verbreitet.