Vereist, Ralf Kerbach

Ralf Kerbach studierte ab 1977 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Da er Mitglied einer eigenständigen, unangepassten Künstlergruppe war, drängte man ihn zur Exmatrikulation. Später emigrierte er in die BRD und ging nach Westberlin. Dort in einem völlig neuen Lebensumfeld angekommen, wurden sowohl diese fundamentale Veränderung als auch die Erfahrung von Ohnmacht und Fremdsein Themen seiner Bilder. Das Gemälde Vereist zeigt einen Mann, der auf dem Kopf einen schmelzenden Eisblock trägt. Er wirkt wie ein riesiger blutiger Verband verletzter Soldaten. Angst und Gewalt sind im Bild zu spüren – verkörpert durch das große aufgerissene Auge, die Blutspuren am Kopf und den mit einem Tuch verbundenen Mund.