Das Warten, Käthe kollwitz

Begeistert meldeten sich nach der Ausrufung des Krieges am 1. August 1914 viele Männer zum Kriegsdienst und zogen freiwillig an die Front. Auch der jüngere Sohn der Grafikerin Käthe Kollwitz erbat, da noch nicht volljährig, die elterliche Einwilligung, um sich als Freiwilliger melden zu können. Die Eltern gaben schließlich dem Drängen des Sohnes nach. 

Nach mehrwöchiger Ausbildung kam Peter Kollwitz an die Front. Elf Tage später starb er. Käthe Kollwitz zeigt in ihrer Lithografie die Ohnmacht des Wartens: die Ungewissheit und Furcht auf der einen Seite, das Hoffen auf ein gutes Ende auf der anderen. Das Bild – es ist kein Selbstbildnis, sondern steht für alle Angehörigen der im Krieg beteiligten Soldaten – entstand genau in der für sie so ungewissen Zeit. Ihr Warten endete mit der Katastrophe, dem Tod ihres Sohnes Peter. Ein Schmerz, der sie ein Leben lang begleitete.