Das Grubengas, Constantin Meunier

Der belgische Bildhauer Constantin Meunier beschäftigte sich in seinem Werk ab ca. 1880 mit der Darstellung des einfachen, arbeitenden Menschen. Das Werk Grubengas gehört zu seinen früheren Arbeiten. 1887 gab es in einer Grube bei Liege eine Gasexplosion mit über 100 Toten. Kurz darauf reiste der Künstler an den Ort des Geschehens und sah mit an, wie Retter die Leichen aus der Mine holten. Dabei wurde er Zeuge, als eine Mutter den entstellten Leichnam ihres Sohnes wiedererkannte. Daraus entstand die Darstellung der um ihren Sohn trauernden Mutter. Meunier übertrug die in der christlichen Kunst verankerte Beweinungsgruppe auf dieses weltliche Thema. Eine Frau aus dem Volk blickt ohne große theatralische Geste auf ihren toten Sohn. In ihrem von Erschöpfung gezeichneten Gesicht erkennt man stille Trauer und Schmerz.