Mit dem Modellprojekt Komplementäre Vermittlungsformen und Aktivitäten für Jugendliche von 16 bis 19 Jahren zur Analyse von Selbst- und Fremdbildern durch kulturelle Bildung setzen die SKD und das Center for Intercultural Dialog der Berlin International University of Applied Sciences ihre Expertise und Potenziale in den Bereichen der Kunst- und Kulturvermittlung, Outreach-Programmen und sozialen Medien im Rahmen eines Kooperationsprojektes für die Förderung der kulturellen Bildung von Jugendlichen gemeinsam ein. Mithilfe von vielfältigen Vermittlungsformaten und -methoden platzieren die beiden Institutionen die kulturelle Bildung der Zielgruppe an unterschiedlichen Orten – insbesondere an Schulen und Jugendzentren. Im Mittelpunkt steht hierbei die Erweiterung des kulturellen Wissens und (inter)kulturellen Verständnisses der Jugendlichen durch die Analyse von Selbst- und Fremdbildern/-darstellungen in der europäischen Kunst.

Die außerordentliche Geschichte und die vielfältigen Exponate, die zu mehr als einem Drittel nichteuropäischer Herkunft sind, zeugen von der tradierten Internationalität und Interkulturalität der SKD. Bereits die mit der kurfürstlichen Kunstkammer um 1560 entstandenen Kollektionen waren Ausdruck unstillbarer Weltneugier und kultureller Aufnahmelust. Mit den weltberühmten Sammlungen im Kontext der faszinierenden Kunst- und Kulturgeschichte von Sachsen bieten die SKD eine sehr bedeutende Grundlage zur Entwicklung des Verständnisses und der Offenheit für kulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt. Die Auseinandersetzung mit der Kunst ist eine methodische Herangehensweise, das Verständnis sowohl für die eigene Kultur, aber auch die Akzeptanz und den Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen und Religionen bei Jugendlichen zu fördern. Insbesondere die Vermittlung von Wissen über die eigene Kultur und die Kultur des Anderen spielt eine signifikante Rolle, um Selbst- und Fremdbilder zu hinterfragen und den Austausch zwischen Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Herkunft anzuregen. Um das Verständnis zwischen Kulturen zu fördern, wird der Themenschwerpunkt insbesondere auf der Wahrnehmung des islamisch geprägten Kulturraums in Europa und die Ausdrucksformen dieser Wahrnehmung in der europäischen Kunst – beispielsweise in der Literatur, der Musik, der Architektur und der darstellenden Künste – liegen. Nach einem Einführungskapitel untergliedern sich die Themen Zeit, Raum, Narration, Mobilität und Krise.

Die drei Kurzfilme Ich, Wir, die Anderen bieten ebenfalls einen unkomplizierten Themeneinstieg. Neben den sozialanthropologischen und kunsthistorischen Theorien und Auseinandersetzungen unterstützen die themenbezogenen pädagogischen Methoden die interaktive Arbeit mit Schulklassen, Jugendgruppen etc. Verschiedene Freizeitaktivitäten motivieren Jugendliche dazu, sich unabhängig von ihrer Institution und an unterschiedlichen Orten individuell oder in Gruppen mit den Mechanismen der Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinanderzusetzen und die eigenen Wahrnehmungsmuster zu überdenken. Auf der Projektwebsite www.faceburg.info stehen alle Projektmodule, auch in ausführlicherer Form, zum Download zur Verfügung. Zusätzliche pädagogische und interaktive Übungen unterstützen den interkulturellen Dialog und Austausch.