Reiterstatuette Augusts des Starken

August der Starke beabsichtigte die Anfertigung eines überlebensgroßen Reiterstandbildes für den öffentlichen Stadtraum. Der französische Bildhauer Jean-Joseph Vinache schuf dieses Bronzemodell dafür. Es zeigt den Herrscher als römischen Feldherrn in einem Schuppenpanzer. Sein Sattel ist ein Löwenfell, ein Symbol für Macht und Stärke. Das aufsteigende Pferd – das Gewicht ruht nur auf den Hinterbeinen und dem Schwanz – lässt die Gruppe sehr dynamisch erscheinen. Seit der Renaissance entwickelte sich das Reiterstandbild zur beliebtesten Herrscherdarstellung. Das ging einher mit der Entdeckung einer Vielzahl antiker Kunstwerke, so auch der Reiterstatue von Mark Aurel. Weiterhin waren vor allem für die Künstler des Barocks die Reiterstatuen des Sonnenkönigs in Paris Vorbild, was auch im Werk von Vinache zu erkennen ist. Das endgültige Monument, der Goldene Reiter, wurde erst drei Jahre nach dem Tod von August dem Starken auf dem Neustädter Markt in Dresden aufgestellt.