August der Starke

Friedrich August (genannt August der Starke) wurde am 12. Mai 1670 als Sohn Johann Georgs III. und Anna Sophie von Dänemark und Norwegen in Dresden geboren. Schon mit sechs Jahren bekam er eine standesgemäße Ausbildung: So wurde er in den Sprachen Italienisch, Französisch und Spanisch unterrichtet, bekam Zeichen- und Mathematikunterricht und wurde in Theologie, Geschichte und Kriegskunst geschult. Da er als Zweitgeborener keine Aussicht auf das Amt des Herrschers hatte, war er für den Kriegsdienst vorgesehen.

Mit 17 Jahren wurde er, wie alle jungen Prinzen, auf die Grand Tour – die Kavalierstour geschickt. Sie führte ihn zwei Jahre durch Frankreich, Spanien, Italien und Ungarn. Der tiefe Eindruck, den er dadurch von der Kunst und Kultur dieser Länder bekam, sollte ihn sein ganzes Leben begleiten.

1693 heiratete er in Bayreuth Christiane Eberhardine, Prinzessin von Brandenburg-Bayreuth. Nach drei Jahren Ehe wurde sein einziges eheliches Kind geboren. Der Sohn wurde ebenfalls Friedrich August genannt. 1694 wurde er überraschend schnell zum Kurfürsten berufen, da sein älterer Bruder Johann Georg IV. früh verstarb. Weil sein Bruder kinderlos geblieben war, rückte der jüngere Bruder in das Amt.

Am 17. Juni 1696 starb der polnische König Jan Sobieski. Polen war eine Wahlmonarchie und daher konnten sich auch ausländische Herrscher um die Krone bewerben. Friedrich August erhoffte sich mit seiner Bewerbung eine Rangerhöhung und eine Stärkung seiner Stellung unter den europäischen Häusern. Voraussetzung für die polnische Königswürde war allerdings die Konversion vom evangelischen zum katholischen Glauben. Diese wurde in der Hofkapelle zu Baden bei Wien im Juli 1697 vollzogen. Um die Stimmen des polnischen Adels zu gewinnen, der den König zu wählen hatte, setzte er erhebliche Bestechungsgelder von mehreren Millionen Talern ein. Im September 1697 wurde er in Krakau in der Wawel-Kathedrale zum polnischen König gekrönt.

Nun hatte er zwei Regierungssitze – einen in Warschau, der Residenz der polnischen Könige, und einen im Residenzschloss von Dresden. Beide Städte ließ er zu prächtigen Repräsentationen seiner Macht ausbauen. Zahlreiche Künstler schufen Schloss- und Gartenanlagen, Gemälde, Skulpturen und bizarre Schatzkunststücke.

Am 1. Februar 1733 starb August der Starke in Warschau. Sein Leichnam wurde in Krakau im Wawel beigesetzt und die Urne mit seinem Herzen nach Dresden gebracht. Heute befindet sie sich in der unter seinem Sohn erbauten Katholischen Hofkirche.